Branche
Frittierfett entsorgen in der Lebensmittelindustrie
In der Lebensmittelproduktion fällt gebrauchtes Frittierfett in anderen Größenordnungen an als in der Küche. Snack- und Chipshersteller, Convenience-Produzenten und Fleischverarbeiter mit Frittierstraßen brauchen ein Sammelsystem, das zu Anlage und Produktionsrhythmus passt.
IBC mit 600 oder 1.000 Litern
Kunststoff-IBC haben durchsichtige Wände und einen fest verschließbaren Deckel.
IBC aus Edelstahl
Der temperaturbeständige Edelstahl-IBC fasst 1.000 Liter.
Tankwagen
Bei sehr großen Mengen saugt ein Tankwagen das Fett aus Ihren Sammelgefäßen ab.
Kategorie 3
Gebrauchte Speiseöle und -fette sind tierische Nebenprodukte der Kategorie 3 mit AVV 20 01 25.
Frittierstraßen und große Fettmengen
In industriellen Frittieranlagen werden Kartoffelchips, Snacks, panierte Convenience-Produkte oder Fleischerzeugnisse in großen Mengen gegart. Das Fett wird dabei regelmäßig erneuert, und die Mengen liegen weit über dem, was ein Küchenbehälter aufnehmen kann. Hinzu kommen wechselnde Produktionspläne, Reinigungsintervalle und saisonale Sortimente.
ReFood stimmt das Sammelsystem auf Ihre Mengen und Abläufe ab. Für kleinere Linien oder Versuchsküchen kann der Oleo90 mit 100 Litern bzw. 90 kg ausreichen. In der laufenden Produktion kommen IBC oder Tankwagen zum Einsatz. Schwankt die Auslastung, lässt sich der Entsorgungsrhythmus anpassen.
IBC, Edelstahl-IBC oder Tankwagen
Für größere Mengen stehen drei Lösungen zur Verfügung:
- IBC aus Kunststoff: 600 oder 1.000 Liter, durchsichtige Wände, fest verschließbarer Deckel. Der Füllstand ist von außen zu erkennen.
- IBC aus Edelstahl: 1.000 Liter, temperaturbeständig.
- Tankwagen: für sehr große Mengen. Das Fett wird aus Ihren Sammelgefäßen abgesaugt, die Verladung ist druck- und saugseitig möglich.
Im Vergleich zum IBC ist der Oleo90 handlicher und braucht weniger Platz. Welche Variante sich eignet, hängt von Menge, Stellfläche und Abfüllung in Ihrem Werk ab. Füllen Sie Fett erst ab, wenn es so weit abgekühlt ist, dass es gefahrlos umgefüllt werden kann.
Fleischverarbeitung: Frittierfett und KFS trennen
Betriebe, die Fleisch verarbeiten und zugleich frittieren, haben zwei Fettströme. Gebrauchtes Frittierfett aus der Frittierstraße gehört in IBC oder Oleo90. Fleisch- und Fettabschnitte, Knochen und Schwarten sind dagegen eine eigene Fraktion (KFS). Sie werden in eigenen Behältern gesammelt und an SARVAL weitergegeben, ein Unternehmen der SARIA-Gruppe, zu der auch ReFood gehört. Halten Sie beide Ströme getrennt, damit jede Fraktion richtig verwertet wird. Auch KFS sind Material der Kategorie 3 und werden in Behältern mit 120 oder 240 Litern gesammelt.
Was nicht in den Fettbehälter gehört
Auch in der Industrie kommen in den Sammelbehälter nur Frittierfett und Speiseöl. Nicht hinein gehören:
- Feststoffe aus der Frittieranlage wie Panade, Krümel oder Produktbruch
- Wasser, Reinigungs- und Spülmittel, etwa aus der Anlagenreinigung
- Tücher und Putzlappen
- Inhalte aus dem Fettabscheider
Durch die transparenten Wände von Oleo90 und Kunststoff-IBC fällt eine Fehlbefüllung auf. Ein fehlbefüllter Behälter bleibt stehen oder wird gesondert berechnet. Weisen Sie auch das Reinigungspersonal darauf hin, dass Spülwasser aus der Anlagenreinigung nicht in die Fettbehälter gelangen darf. Lebensmittelreste aus der Produktion sind eine eigene Fraktion, mehr dazu auf speisereste-entsorgen.de. Informationen zum Fettabscheider im Werk finden Sie auf der Seite Fettabscheider.
Recht und Dokumentation
Gebrauchte Speiseöle und -fette tragen den Abfallschlüssel AVV 20 01 25 und sind nach VO (EG) Nr. 1069/2009 tierische Nebenprodukte der Kategorie 3. Die Abfallschlüssel Ihrer Stoffströme werden bei Vertragsabschluss festgelegt und im Vertrag eingetragen. ReFood sammelt mit Genehmigung nach dieser Verordnung, ist Entsorgungsfachbetrieb und nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Die Leistungsnachweise werden digital dokumentiert, darauf können Sie bei internen und externen Audits zurückgreifen.
Für Unternehmen mit Werken in verschiedenen Regionen übernimmt der Großkundenvertrieb in Selm die Betreuung, mit einem zentralen Ansprechpartner. Mehr zu den rechtlichen Grundlagen im Ratgeber Vorschriften zur Altfettentsorgung.
Vom Produktionsfett zum Biodiesel
Das gesammelte Fett wird in den ReFood-Niederlassungen aufbereitet und zu Biokraftstoffen wie Biodiesel verarbeitet. Bezogen auf fossilen Diesel beträgt die Einsparung an Treibhausgasemissionen nach den Standardwerten der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II mehr als 80 Prozent. Außerdem ist ReFood nach REDcert und SURE zertifiziert. Wenn Sie über Ihre Reststoffe berichten, können Sie diesen Verwertungsweg angeben. Die Vergütung für gebrauchtes Frittierfett erfolgt netto, ohne Mehrwertsteuer. Einzelheiten dazu im Ratgeber Altfett-Vergütung.
Fragen
Häufige Fragen
Welche Behälter gibt es für große Mengen Frittierfett?
Für die Produktion gibt es IBC aus Kunststoff mit 600 oder 1.000 Litern und IBC aus Edelstahl mit 1.000 Litern. Bei sehr großen Mengen kommt ein Tankwagen, der das Fett aus Ihren Sammelgefäßen absaugt. Für kleinere Mengen bleibt der Oleo90 mit 100 Litern eine Option.
Wie wird die Abholung in der Produktion geplant?
Grundsätzlich melden Sie die Abholung an, wenn genug Fett gesammelt ist. Feste Abholtage sagt ReFood nicht zu, denn Tourenplanung und Verkehr können den Termin verändern. Bei großen, regelmäßigen Mengen stimmen wir den Entsorgungsrhythmus mit Ihnen ab.
Sind Fettabschnitte aus der Fleischverarbeitung Altfett?
Nein. Fleisch- und Fettabschnitte, Knochen und Schwarten sind eine eigene Fraktion und gehören nicht in den Frittierfettbehälter. Sie werden getrennt gesammelt und an SARVAL weitergegeben.
Übernimmt ReFood auch Lebensmittelabfälle aus der Produktion?
Ja, Lebensmittelreste, verpackte Lebensmittel und große Chargen, etwa nach einer Unterbrechung der Kühlkette oder bei abgelaufenem MHD, gehören zum Leistungsspektrum. Sie werden getrennt vom Altfett gesammelt. Seit der Novelle der Bioabfallverordnung werden verpackte und unverpackte Lebensmittel außerdem getrennt verarbeitet.
Wie erhalte ich ein Angebot für mein Werk?
Beschreiben Sie uns über die Angebotsanfrage Ihre Anlagen, die ungefähren Mengen und den verfügbaren Platz für Sammelbehälter. Auf dieser Grundlage schlagen wir ein Behältersystem und einen Abholrhythmus vor. Bei mehreren Standorten ist der Großkundenvertrieb Ihr Ansprechpartner.
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