Ratgeber

Biodiesel aus Altfett: vom Oleo90 bis zum Kraftstoff

Gebrauchtes Frittierfett ist ein Rohstoff für Biodiesel. Dieser Ratgeber zeigt den Weg vom Sammelbehälter in Ihrer Küche bis zum fertigen Kraftstoff.

Sammlung im Oleo90

Das Altfett wird im Tauschbehälter direkt bei Ihnen abgeholt.

Aufbereitung

In den Niederlassungen wird das Altspeiseöl für die Weiterverarbeitung vorbereitet.

Eigene Herstellung

ReFood stellt auch selbst Biodiesel aus Altspeiseöl her.

Mehr als 80 Prozent

So viel Treibhausgas spart Biodiesel aus Altspeiseöl gegenüber fossilem Diesel (Standardwert nach RED II).

Warum aus Altfett Biodiesel werden kann

Pflanzliche Öle und tierische Fette bestehen größtenteils aus Triglyceriden, also aus Verbindungen von Glycerin und Fettsäuren. Diese Fettsäuren sind der Ausgangsstoff für Biodiesel. Auch altes Frittieröl, das schon viele Tage in der Fritteuse war, enthält sie noch.

Für die Küche ist das Öl irgendwann verbraucht: Es schäumt, raucht früher oder schmeckt nicht mehr. Als Rohstoff für Kraftstoff lässt es sich aber weiter nutzen. Wer sein Altfett entsorgen lässt, verschafft einem Stoff, der schon einmal in der Küche genutzt wurde, eine zweite Verwendung.

Erster Schritt: die Sammlung im Oleo90

Der Weg beginnt in Ihrer Küche. Fritteusenfett, Bratfett und Speiseöl kommen in den Oleo90, einen Behälter mit 100 Litern Volumen, der bis zu 90 kg Altfett aufnimmt. Bei der Abholung tauscht der Fahrer den gefüllten Behälter gegen einen gereinigten und bringt das Altfett in die Niederlassung.

Abgeholt wird mit geschlossenen Kofferfahrzeugen, die eine Ladebordwand haben. Die Behälter stehen während der Fahrt verschlossen im Laderaum, und dank Rollen und Ladebordwand müssen sie nicht getragen werden. Jeder Tausch wird digital dokumentiert.

Was beim Sammeln ins Öl gelangt, muss später wieder heraus. Je weniger Wasser, Speisereste und Reinigungsmittel im Behälter sind, desto geringer ist der Aufwand bei der Aufbereitung. Wie der Behälter aufgebaut ist und wann Sie die Abholung anmelden, steht im Ratgeber zum Oleo90.

Aufbereitung in den Niederlassungen

In den Niederlassungen wird das eingesammelte Altspeiseöl aufbereitet. Ziel ist ein möglichst gleichmäßiger Rohstoff, der sich für die Biodieselherstellung eignet. Dazu werden Wasser und Feststoffe abgetrennt, die trotz sorgfältiger Sammlung ins Öl gelangt sind, etwa feine Panadereste oder Kondenswasser.

Dass die Aufbereitung in den Niederlassungen stattfindet, hält die Wege kurz. Das Altfett wird in der Region abgeholt und dort vorbereitet. Erst das aufbereitete Altspeiseöl geht weiter in die Herstellung von Biokraftstoff. So wird nur Rohstoff transportiert, der sich auch verarbeiten lässt, und kein Wasser oder Schmutz, der später ohnehin abgetrennt werden müsste.

Behälterwäsche im Tauschsystem

Zum Kreislauf gehört auch der Behälter selbst. Der Oleo90 wird nicht beim Kunden geleert, sondern bei jeder Abholung gegen einen sauberen Behälter getauscht. Die gefüllten Behälter fahren mit in die Niederlassung.

Dort werden sie nach dem Entleeren in der Behälterwaschstraße innen und außen tiefengereinigt. Es folgen eine Abschlusskontrolle und eine Funktionsprüfung, dann werden die Behälter sortiert, getrocknet und für die nächste Tour geladen. Auch die Fahrzeuge werden desinfiziert.

Für Ihren Betrieb heißt das: Sie bekommen bei jedem Tausch einen sauberen Behälter, und in Ihrer Küche oder auf dem Hof muss nichts ausgewaschen werden. Da dieselben Behälter immer wieder im Umlauf sind, fallen keine Einwegbehälter an.

Vom Altspeiseöl zum Biodiesel

Das aufbereitete Altspeiseöl wird zu Biokraftstoffen wie Biodiesel verarbeitet. ReFood stellt auch selbst Biodiesel her.

Bei der Herstellung werden die Fette umgeestert. Sie reagieren mit Methanol, dabei entstehen Fettsäuremethylester, der eigentliche Biodiesel, und Glycerin als Nebenprodukt. Biodiesel kann fossilem Diesel beigemischt werden und ersetzt so einen Teil des Kraftstoffs aus Erdöl.

Treibhausgasbilanz und Zertifizierung

Nach den Standardwerten der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II (Richtlinie (EU) 2018/2001, Anhang V) spart Biodiesel aus Altspeiseöl gegenüber fossilem Diesel 84 Prozent Treibhausgasemissionen, der typische Wert liegt bei 88 Prozent. Ein Grund liegt in der Herkunft des Rohstoffs: Das Öl wurde bereits als Lebensmittel genutzt, für den Kraftstoff müssen weder zusätzliche Pflanzen angebaut noch Erdöl gefördert werden. Wie hoch die Einsparung im Einzelfall ausfällt, hängt von der gesamten Kette ab, von der Sammlung über den Transport bis zur Verarbeitung.

Damit eine solche Einsparung anerkannt wird, müssen Herkunft und Verarbeitung des Rohstoffs nachvollziehbar dokumentiert sein. Dafür gibt es Zertifizierungssysteme. ReFood ist nach REDcert EU zertifiziert, einem Nachhaltigkeitssystem für Biokraftstoffe. Dazu kommt SURE, ein System für Strom und Wärme aus Biomasse, das bei ReFood die Biogasanlagen betrifft.

Weitere Zertifikate wie Entsorgungsfachbetrieb und DIN EN ISO 9001 stellt der Ratgeber Vorschriften zur Altfett-Entsorgung vor.

Vom Oleo90 zum Biodiesel

Die einzelnen Schritte greifen ineinander. Speiseöl wird in der Küche genutzt, als Altfett im Oleo90 gesammelt, in der Niederlassung aufbereitet und zu Biokraftstoffen wie Biodiesel verarbeitet. Der gereinigte Behälter kommt zurück in Ihren Betrieb, und der Ablauf beginnt von vorn.

Nach demselben Prinzip verwertet ReFood Speisereste. Sie gehen in Biogasanlagen und werden dort zu Strom, Wärme, Biomethan und Dünger. Betriebe, in denen beides anfällt, können Altfett und Speisereste über ReFood entsorgen. Mehr zu Speiseresten finden Sie auf speisereste-entsorgen.de, ein Angebot für Ihr Altfett erhalten Sie über die Angebotsanfrage.

Fragen

Häufige Fragen

Was passiert mit meinem gebrauchten Frittierfett?

Es wird im Oleo90 abgeholt, in einer Niederlassung von ReFood aufbereitet und danach zu Biokraftstoffen wie Biodiesel verarbeitet.

Wie viel Treibhausgas spart Biodiesel aus Altspeiseöl?

Nach den Standardwerten der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II (Anhang V) sind es gegenüber fossilem Diesel 84 Prozent, typisch sind 88 Prozent. Die tatsächliche Einsparung hängt von der gesamten Kette ab, von der Sammlung bis zur Verarbeitung.

Stellt ReFood selbst Biodiesel her?

Ja. ReFood stellt auch selbst Biodiesel aus Altspeiseöl her.

Was bedeuten REDcert und SURE?

Beides sind Zertifizierungssysteme für Nachhaltigkeit. REDcert EU bezieht sich auf Biokraftstoffe, SURE auf Strom und Wärme aus Biomasse. Die Zertifikate belegen, dass Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe dokumentiert sind.

Kann jedes Altfett zu Biodiesel werden?

Geeignet sind Frittierfett, Bratfett und Speiseöl. Wasser, Spülmittel und Feststoffe erschweren die Aufbereitung und gehören deshalb nicht in den Sammelbehälter. Inhalte aus dem Fettabscheider werden getrennt erfasst und in Biogasanlagen oder Klärwerken verwertet.

Welche Betriebe können ihr Altfett abgeben?

Alle Betriebe, in denen gebrauchtes Frittierfett oder Speiseöl anfällt, etwa Restaurants, Imbisse, Hotels, Kantinen und Bäckereien. Hinweise für Hotels finden Sie auf der Seite zur Frittierfett-Entsorgung in Hotels.

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